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Grenzwerte: Sauerstoff Drucken E-Mail

Kraftakt Atmung
Wenn unsere Rippen- oder Bauchmuskulatur die Lungen dehnt, strömt sofort Luft in unseren Körper. Wir atmen 'nebenbei' - ein Fisch atmet das viel zähere Wasser wie ein schwerkranker Asthmatiker.
Er verbraucht etwa 50% seiner  Energie nur dafür, das Wasser über seine Kiemen zu pumpen.
Energieeinsatz braucht Sauerstoff - und so verbraucht ein Fisch viel Sauerstoff dafür, relativ wenig zusätzlichen Sauerstoff zu bekommen - ein dauernder Kampf.

In Freilandteichen wird das - bis auf die Wintermonate - in der Regel nicht zum Problem. Kritisch wird die Lage aber immer dann, wenn die Fische unter ungünstigen Bedingungen zur Aktivität gezwungen werden.

   

Winter-Stress vermeiden
Sauerstoffmangel kann z.B. entste- hen, wenn Schlittschuhläufer über die Eisdecke dröhnen. Bei einem dadurch irritierten Karpfen kann der Sauerstoff-Verbrauch bei Stress und Hektik um das 300fache ansteigen. In einer Stunde kann er dann die Luft verbrauchen, die sonst noch für zwei Wochen gereicht hätte. Wir hatten schon einmal größere Fischverluste, als in ca. 50 m Entfernung gebaggert wurde.
Die Sauerstoff-Versorgung läßt sich durch Pumpen, Filtertechnik und Ausströmersteine mühelos sicher- stellen. Bei extremer Besatzdichte würden wir aber immer zu einem Notfall- oder Warn-System raten. Kunden haben uns bereits über tonnenweise Fischverluste berichtet, die oft nur durch kleine Betriebsfehler entstanden sind.

Kombinationsprobleme
Weniger bekannt ist, daß der Sauerstoffgehalt im Wasser noch nicht viel darüber aussagt, wie er genutzt werden kann und welche Auswirkungen er im Körper hat:
Ein niedriger Sauerstoffgehalt ist immer dann besonders kritisch, wenn ein hoher pH-Wert vorliegt und ein geringer CO2-Gehalt. Das führt zur ‘atmungsbedingten Laugenkrankheit’. Viel Sauerstoff und viel CO2 bewirken andererseits bei niedrigen pH-Werten eine Übersäuerung des Fischblutes.


Ein extremer Sauerstoff-Überschuß über 300% Übersättigung führt zu ersten Krankheitszeichen, ab 600-700% Übersättigung ist der Sauerstoff fast immer tödlich - oft schon innerhalb einer Stunde!

Andere Sauerstoffprobleme treten eher indirekt auf: Viel Sauerstoff macht die Startbesiedlung eines biologischen Filters fast unmöglich. Achten Sie darauf, daß solche Anlagen nur mit einer Untersättigung zügig gestartet werden können!